Die Ile d'Ouessant ist eine von Klippen und Untiefen umgebene Insel, die für Frankreich eine Art Vorposten darstellt. Diese Klippen, Untiefen und Strömungen führten auch dazu, das die Insel von den Seefahrern größtenteils gemieden worden ist und auch heute immer noch wird, um nicht Gefahr zu gehen irgendwie auf irgendein Riff aufzulaufen. Man hielt sich also immer soweit davon entfernt, das man noch mit Müh und Not die Leuchttürme und deren Lichter sah.
Sturm ist eine häufige Erscheinung auf Ouessant. So kommt es durchaus vor das er über mehrere Tage anhält. Teilweise werden auch Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 km/h erreicht. So sind die Häuser meistens hinter Felsen versteckt und die Dörfer in Mulden angesiedelt. Das Klima ist sonst auf Ouessant recht mild. Im Januar und Februar werden auch die höchsten Durchschnittstemperaturen Frankreichs erzielt. Auch existieren auf Ouessant keine Blumen. So ist die ganze Insel eine felsige Heidelandschaft mit Salzwiesengras. Ouessant gilt als eine der wildesten ursprünglichsten Inseln Frankreichs.
2 der Leuchttürme befinden sich an den Enden beiden "Landspitzen", die um die zum Atlantik geöffnete Bucht ragen, und wie Hummerscheren wirken. Für den 42 Meter hohen Phare de la Jument (auf der südlichen Landspitze), der sich auf einer kleinen Klippe befindet benötigte man von 1904 an 8 Jahre Bauzeit. Und erst nach der Verstärkung der Grundfesten im Jahre 1939 gilt dieser als sicher. (Seit 1991 ist er automatisiert.) Auf der anderen Landspitze, der Point de Pern, befindet sich der Phare du Nividic, und nur ein 1 km entfernt der 55 Meter hohe, schwarz-weiß gestreifte Phare du Créac'h, dessen Leuchtstärke bis zu 80 km beträgt.
Er ist das Gegenstück des zum britschen Leuchtturm bei Land's End, mit dem er den Zugang zum Ärmelkanal kennzeichnet. Außerdem gilt er als stärkster Leuchtturm Europas. In dem ehemaligen Generatorenhaus des Phare du Créac'h befindet sich heutzutage ein Museum über Leuchttürme und Seewegsmarkierungen. Ein weiterer Leuchtturm, der Phare du Stiff befindet sich am östlichen Ende der Insel, an der gleichnamigen Baie du Stiff. Er ist einer der ältesten Leuchttürme Frankreichs und wurde im Jahre 1699 erbaut. Auch ist er mit seine 104 Stufen ganzjährig besteigbar.
Von Porz-Arlan, einer Bucht mit einem kleinen Sandstrand, im Süden der Insel, kann man zum Phare du Kereon sehen. Dieser wurde im Jahre 1907 auf einem Felsen gebaut und kennzeichnet die gefährliche Passage de Fromveur, in der südlich der Insel das Wasser mit bis zu 13km/h vorbeifließt.
Die Fähre aus Conquet legt dort an, in der Baie du Stiff, die von Westwinden geschützt ist. Von dort kommt man aber auch mit dem Inselbus oder dem Taxi, in den ca. 3-4 km entfernte Hauptort Lampaul mit seinem Fischerhafen, wenn man sich kein Fahrrad ausleihen will.
Haupteinnahmequelle der Einwohner war früher die Landwirtschaft. Diese wurde aber mittlerweile durch den Tourismus abgelöst, wobei in Einzelfällen noch der alte Hof betrieben wird und man vereinzelt noch die für die Insel typischen Zwergschafe sieht. Die alten Häuser hingegen sind teilweise noch erhalten geblieben. Wer sich für die alte Tradition und Kultur von Ouessant interessiert sollte sich unbedingt das Heimatmuseum von Niou Huella ansehen. Dieses besteht aus zwei über 100 Jahre alten Häusern. In dem ersten befindet sich ein traditionell eingerichteter Raum. Die Möbel bestehen größtenteils aus Treibholz und sind im typischen Blau/Weißgehalten. Im Nachbarhaus befindet sich ein Inselporträt, aber auch Trachten in typischem Schwarz.
Eine Ornithologische Station befindet sich auch auf Ouessant, was darin liegt das in dem ganzen Gebiet des Parc naturel regional d'Armorique noch sehr viele Seevögel leben. Desweiteren existiert dort auch ein Reichtum an Wasserpflanzen und am Pointe de Cardoran kann man gelegentlich Robben beobachten. Auch Delphine gibt es vereinzelt dort. Und so ist es auch nicht verwunderlich, das es vereinzelt Bestrebungen gibt das ganze Gebiet zu einem Nationalpark zu erklären, da es noch eine einigermaßen intakte Natur hat.
Andrere Sehenswürdigkeiten, abgesehen von der imposanten Natur sind vielleicht noch die Pointe de Pern; die Windmühle oder die 2 Kirchen. Eine davon stammt vom Ende des vorherigen Jahrhunderts und war ein Geschenk Englands, da die Bewohner von Ouessant bei einem Schiffsunglück die Ertrunkenen bargen und bestatteten. (Am 16.6.1896 ertranken 397 von 400 Passagieren der Drammond Castle.)
Ein Zimmer findet man im ortsansässigem Hotel oder auch privat, wobei aber eine Reservierung schon zu empfehlen ist, da schließlich innerhalb eines Jahre rund 60.000 Besucher mit der Fähre herüberkommen. Vor Ort existieren auch mehrere kleine Restaurants. Vielleicht findet man aber auch einen Zeltstellplatz.